Ausbildung

Bewerbung

Momentan ist unsere Kapazität ausgeschöpft und wir nehmen keine Bewerbungen an. Eine Ausnahme machen wir nur, wenn der Bewerber außerordentliches Fachwissen oder außerordentliche Erfahrung (z.B. aus den Bereichen militärische Luftfahrt, ATC, Bodenangriff, ...) mitbringt, das unser Geschwader bereichern wird.

Die Voraussetzung, um eine Ausbildung bei uns zu beginnen, ist selbstverständlich eine Bewerbung.
Wir nehmen nicht durchgehend neue Bewerber an, da unsere Kapazität an Ausbildern (instructor pilots) endlich ist und wir keine Flugschüler (stundent pilots) haben möchten, die regelrecht um einen Flugtermin mit einem Ausbilder kämpfen müssen. Das hilft dem Flugschüler nicht - und uns auch nicht.

Die genauen Voraussetzungen für ein Bewerbungsfenster werden auf der Bewerbungs-Seite zu sehen sein. Prinzipiell haben wir ein Ausbildungskonzept auch für "richtige Grünschnäbel", aber das hängt ganz stark von der Zeit unserer Ausbilder ab.

Eine grundsätzliche Voraussetzung ist ausreichend Zeit. Da wir uns an echte Prozeduren halten und während der Ausbildung tief in die Materie des Fliegens und auch des Kämpfens einsteigen werden ist es erfahrungsgemäß sehr mühsam, wenn ein Flugschüler nur einmal in der Woche Zeit hat zu trainieren oder sich Dinge anzulesen. Wir erwarten, dass Flugschüler gerade in ihrer Anfangszeit zwei bis drei Abende pro Woche aufbringen können, sich mit den Themen der Ausbildung zu beschäftigen. Die gesamte Ausbildung bei uns wird eigenverantwortlich durchgeführt. Wir stellen unseren Flugschülern alle notwendigen Unterlagen und Materialien zur Verfügung, die sie benötigen. Das heißt, dass Flugschüler während ihrer Ausbildung eigenverantwortlich sehr viel Material lesen werden und sich Inhalte im Prinzip größtenteils selbst beibringen. Unseren IPs kann selbstverständlich jederzeit Fragen gestellt werden und es kann (und soll!) auch jederzeit nach einem Übungsflug zusammen mit einem IP gefragt werden.

Wir lassen unsere Flugschüler keineswegs alleine im Regen stehen, erwarten aber überdurchschnittlich viel eigenständiges Engagement während der Ausbildung - man wird bei uns das Wissen nicht mit dem Löffel gefüttert bekommen. Im Gegenzug bieten wir allen unseren Piloten eine überdurchschnittlich realistische simulierte Flugerfahrung, umgeben von gleichgesinnten Enthusiasten.

Wann wir das nächste Mal Bewerbungen zulassen können wir nicht direkt planen. Es hängt alles von der Kapazität unserer Ausbilder ab und auch davon, ob noch Plätze in den Staffeln frei sind.

Ablauf: Bewerbung

Eine Bewerbung startet - offensichtlich - mit der Interessensbekundung, bei uns mitzufliegen. Im Normalfall geschieht das über ein kleines Formular, in dem der Bewerber einige Angaben zu sich ausfüllt (Nickname, Erfahrung, ...) und daraufhin eine erste Rückmeldung bekommt. Auf die Rückmeldung folgt normalerweise eine Einladung zu einem lockeren Gespräch in unserem Teamspeak. Bei diesem Gespräch möchten wir den Bewerber kennenlernen und einschätzen, ob er - rein von der menschlichen Seite her - in unser Team passen wird.

Zusätzlich zu dem Gespräch wird entweder im Vorfeld oder im Nachgang eine "fliegerische Kostprobe" notwendig sein. Das kann in der Form eines Tracks passieren oder auch, dass der Bewerber einfach mit einem unserer Ausbilder "eine Runde dreht". Hier möchten wir sicherstellen, dass sich der Bewerber sicher in der Simulation bewegen kann ("sicher" im Sinne unserer Voraussetzungen, das kann ganz unterschiedlich sein).

Ablauf: Ausbildung

Mit einer erfolgreichen Bewerbung wird der Bewerber als "student pilot" in unser Geschwader aufgenommen.

Unser Ausbildungskonzept orientiert sich an dem amerikanischen Vorbild und gliedert sich in:

  1. IQT (initial qualification training)
  2. MQT (mission qualification training)

A-10 on short final from a cockpit point of view

Während des IQTs lernt der Flugschüler musteragnostische Fähigkeiten und Fertigkeiten (z.B. das Fliegen in Instrument Meteorological Conditions, Coordinated Turns, Kommunikation, ...) und wird sich in unsere Standard Operating Procedure einarbeiten.
Das stellt eigentlich die Phase der Ausbildung mit dem meisten Aufwand dar. Je nach Vorwissen des Flugschülers verlangen wir hier verhältnismäßig viel - und auch verhältnismäßig viel eigenes Anlesen ist gefragt. Es stehen hier viele geschwaderinterne Unterlagen bereit, anhand derer auch eigenständig trainiert werden kann: eine Standard Operating Procedure, muster- bzw. staffelspezifische Ergänzungen zu der SOP, Checklisten und spezielle Ausbildungsdokumente mit weiterführenden Erklärungen sowie Airbase Instructions. Alle Unterlagen basieren - nach unseren Möglichkeiten - auf realen Dokumenten. Alles, was der Flugschüler in dieser Phase der Ausbildung lernen soll muss hinterher im Schlaf beherrscht werden. Und ja, es ist viel. Im Durchschnitt benötigt ein Flugschüler für das IQT bei uns 30 Flugstunden mit einem Instructor Pilot. Das entspricht einem Zeitraum von ungefähr drei bis vier Monaten, wenn man jede Woche zwei Stunden mit einem IP im Cockpit verbringt und zusätzlich die Zeit aufbringen kann, sich die notwendigen Inhalte anzueignen.

Neben dem reinen Lernen erwarten wir in dieser Phase auch eine Einfindung in das Gefüge des Geschwaders. Jedes Geschwadermitglied kann (und soll!) gerne mit Fragen zu den Ausbildungsthemen gelöchert werden und es wird kein Ausbilder an die Decke gehen, wenn man einen Übungsflug vereinbaren möchte. Wir erwarten nicht, dass ein Flugschüler sich alles selbst in einer stillen Kammer beibringt. Wir werden aber niemandem das Wissen mit einem Löffel füttern oder vorkauen. In diesem Hobby/in dieser Simulation lernt man sowieso nie aus.

Mit Bestehen des finalen IQT-Überprüfungsflugs ("checkride") wird dem Flugschüler die Qualifikation BQ ("basic qualification") zugesprochen und er beginnt das MQT.
Wenn nicht vorher schon geschehen, so findet nach dem IQT die Zuteilung zu einer Staffel statt.

Das MQT behandelt muster- und aufgabenspezifische Themen (z.B. Waffenkunde, Avionik, Techniken, Zielbekämpfung, Gegenmaßnahmen, ...). Mit bestehen des finalen MQT-Überprüfungsflugs ist der Flugschüler kein Flugschüler mehr, sondern ein Pilot mit der Qualifikation BMC ("basic mission capable"). Ebenfalls erhält der neue Pilot mit bestandenem MQT seine "Flügel" auf seinem Namenspatch.

Eine genaue Übersicht der einzelnen Themenbereiche und gesonderte Ausbildungsunterlagen erhält der Bewerber mit Beginn des IQTs.

Prinzipiell bekommen Flugschüler nichts von uns "vorgekaut". Wir erwarten ein gewisses eigenständiges Lernen und üben, vor allem am Anfang der Ausbildung. Ein perfekter Flugschüler wird nur einen Überprüfungsflug mit einem Ausbilder terminieren. Natürlich leben wir nicht in einer perfekten Welt, so dass auch normale Trainingsflüge mit unseren Ausbildern verabredet werden können. Wir erwarten aber, dass sich theoretisches Wissen mit unseren begleitenden Dokumenten angeeignet und dass auch Solo trainiert wird.

Qualifikationen

Wie oben und auch in unserer Philosophie schon erwähnt haben wir keine strikt hierarchische Struktur. Bei uns wird die Kompetenz der Piloten über die Qualifikationen widergespiegelt.

Abk. Voraussetzung Name wird vergeben...
BQ - Basic Qualification nach bestandenem IQT
BMC BQ Basic Mission Capable nach bestandenem MQT
CMR BMC Combat Mission Ready nach Ermessen der Staffelführung
LP CMR Lead Pilot nach bestandenem LPQ
IP LP Instructor Pilot nach bestandenem IPQ
(A)FAC/ATC LP (Airborne) Forward Air Controller / Air Traffic Controller nach bestandenem (A)FAC/ATC-Lehrgang

Zusatzqualifikationen

Mit Abschluss des MQT ist unsere Ausbildung eigentlich abgeschlossen. Wie oben zu sehen gibt es aber noch Zusatzqualifikationen, die auch weiter aufeinander aufbauen.

Two A-10s in trail on a short final

Die Qualifikation CMR wird vergeben, wenn der Pilot zeigt, dass er alle Inhalte aus dem IQT und MQT in einer Kampfsituation (also unter Stress und Druck) benutzen kann. Für die Qualifikationen LP und IP ist das Lernen von Zusatzinhalten notwendig und es wird ebenfalls einen Überprüfungsflug geben. Eine Zulassung zu einem LP/IP-Lehrgang findet nach Ermessen der Staffelführung bzw. auf Vorschlag anderer LPs/IPs statt.

Für den (A)FAC und ATC setzen wir die LP-Qualifikation voraus, da wir erwarten, dass insbesondere ein Forward Air Controller weiß, was die Kollegen in der Luft tun.